Stadion für Holstein Kiel - wie geht es weiter?

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Kieler Woche 2022: Tipps, Termine, Service und mehrKieler Woche 2022: Tipps, Termine, Service und mehr

Kristian Blasel, Leiter der Kieler Lokalredaktion
Kristian Blasel, Leiter der Kieler Lokalredaktion
Liebe Leserinnen und Leser,
wenn Holstein Kiel zum Heimspiel einlädt, gibt es in der Regel die ganz große Koalition: Ministerpräsident, Oberbürgermeister, Sportdezernent, Minister und Abgeordnete - sie alle bekennen sich parteiübergreifend regelmäßig zu ihrer Fußballleidenschaft und träumen von einer KSV, die irgendwann in die erste Liga aufsteigt. Hat vergangenes Jahr bekanntlich fast schon geklappt. Und dass dafür ein neues Stadion gebaut werden muss, ist seit Jahren unstrittig.
Mit der Einigkeit vorbei ist es jedoch dann, wenn es ums Geld für dieses Stadion geht. Da bekommt - jenseits der Fußballfangefühle - der jeweilige politische Hut wieder seine Bedeutung. Umso bemerkenswerter ist der Kompromiss, der vor einigen Jahren gefunden wurde. 30 Millionen Euro geben Stadt und Land dazu, den Rest sollen private Investoren aufbringen. Nur: Das wirtschaftliche Umfeld, wie jeder Privatverbraucher weiß, hat sich in den vergangenen Monaten radikal verändert.
Der lange Weg zum neuen Stadion muss deshalb eine weitere Kurve einschlagen. Die Krise in der Baubranche, verschärft durch den Ukraine-Krieg, verhindert derzeit seriöse Kostenkalkulationen. Gerhard Lütje, Geschäftsführender Gesellschafter der Citti-Gruppe, hat der Stadt mitgeteilt, dass der Baubeginn verschoben wird. Ein neues Datum mag derzeit niemand nennen. Vom Oberbürgermeister gibt es folglich nur den zurückhaltenden Hinweis, man werde sich zusammensetzen, “um eine Lösung zu suchen”. Sicher ist: Es muss eine Lösung gefunden werden. Sonst gehen bei dem Verein, den (fast) alle lieben, irgendwann die Profilichter aus. Denn schon jetzt ist der Spielbetrieb nur mit regelmäßig erneuerten Sondergenehmigungen der Deutschen Fußballliga möglich.
Noch größer ist der Zeitdruck im Stadtamt. Unmittelbar vor der Ratsversammlung am vergangenen Donnerstag haben Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und Stadtrat Christian Zierau einen Notfallplan präsentiert, mit dem die unhaltbare Situation kurzfristig verbessert werden soll. Wer sich im Rathaus umschaut, bemerkt sofort, wie groß die Bemühungen inzwischen sind, die Bürgerinnen und Bürger besser zu betreuen. Aber der Stau, der sich über Monate gebildet hat, löst sich nicht innerhalb von Tagen auf. So viel Verständnis muss sein. Warum es aber Tage dauert, bis städtische Informationen im Internet aktualisiert werden können, bleibt ein Geheimnis der Verwaltung. So hat mein Kollege Steffen Müller auf jeden Fall Menschen auf dem Flur getroffen, die von veralteten Angaben irregeleitet wurden. In Kürze will die Stadt ein grundsätzlich neues Konzept vorstellen, wie sie die Probleme endlich in den Griff bekommen möchte. Wir sind sehr gespannt. Wieder einmal.
Die Situation im Stadtamt gefällt auch der Kieler SPD nicht. Sie erhebt für sich schließlich den Anspruch, besonders gut in der Stadt vernetzt zu sein und besonders nah am Puls der Bevölkerung zu agieren. Die bittere Erfahrung der Landtagswahl, als die Genossen alle direkten Mandate verloren haben, zeigt jedoch: Die Kielerinnen und Kieler fühlen sich der SPD lange nicht mehr so eng verbunden wie in den Jahrzehnten zuvor. Das verändert auch die parteiinterne Debatte, die nach der Wahlschlappe derzeit unter Hochdruck geführt wird. Auch wenn es offiziell natürlich niemand zugibt: Es gibt vor allem in der Verkehrspolitik einen handfesten Richtungsstreit. Südspange, Kiellinie und Parkraumkonzept sind drei Kieler Großthemen, an denen sich der veränderte Kurs der SPD vermutlich schon bald ablesen lässt. Am 12. Juni ist der reguläre Kreisparteitag. Wir werden berichten.
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Ihr
Kristian Blasel
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