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Kiels Visitenkarte von morgen macht Ärger

Kiel – mittendrin. Der Newsletter für die LandeshauptstadtKiel – mittendrin. Der Newsletter für die Landeshauptstadt
Dennis Betzholz, stellv. Lokalchef Kiel
Dennis Betzholz, stellv. Lokalchef Kiel
Liebe Leserinnen und Leser,
Kiel erhält ein neues Quartier, man könnte auch sagen: einen neuen Stadtteil. Das ehemalige MFG-5-Gelände und baldige “Holtenau-Ost” soll nicht mehr und nicht weniger als Kiels Visitenkarte von morgen werden - so formuliert es jedenfalls die Stadt selbst. Auf dem Areal ist eine Mischung aus Wohnen, Freizeit, Gewerbe und Dienstleistung vorgesehen, insgesamt sollen rund 5000 Menschen dort eine neue Heimat finden. Dementsprechend groß war die Erwartung an den Siegerentwurf des städtebaulichen Wettbewerbs, der zwar schon in der vergangenen Woche vorgestellt wurde, aber noch bis heute nachhallt. Denn was auf den Visualisierungen auf den ersten Blick hübsch aussieht, zieht Kritik auf sich - und zwar von mehreren Seiten. Die IHK beschwert sich, weil ihrer Meinung nach zu wenig Gewerbe angesiedelt werden soll. Der Eigentümerverband Haus & Grund klagt darüber, dass private Bauherren dort möglichst außen vor gelassen werden sollen und die städtische Kieler Wohnungsgesellschaft (Kiwog) die Wohnungen auf dem Areal fast im Alleingang vermietet. Die Stadt weist die Kritik beider Seiten vehement zurück. Bis 2026 bleibt mindestens Zeit, die Konflikte zu lösen - dann sollen frühestens die ersten Bagger rollen.
Nicht ganz so lange dauert die Sanierung der Oskar-Kusch-Mole, sie bleibt bis 2023 gesperrt. Die etwa 1200 Pfähle der eben erst unbenannten Mole - vorher hieß sie Scheermole - rosten und müssen mit Rohren aus Kunststoff ummantelt werden. Die Zwischenräume werden mit Beton verfüllt. Die gesamte Sanierung kostet deshalb auch eine Stange Geld, insgesamt 23 Millionen Euro. Wer das zahlt und warum die Oskar-Kusch-Mole so wichtig für die Marine ist, lesen Sie hier.
Bauprojekt der Woche

Gastro-Tipp der Woche

„Casa Del Gusto“: Pizzabäcker Mohamad Mousa war jahrelang im „Poi“
Zitat der Woche

Die Kieler SPD will grüner als die Grünen sein.
Bastian Mahmoodi, der sich Anfang des Jahres als Newcomer gegen Mandatsinhaber Mathias Stein um den Bundestagswahlkreis 5 (Altenholz/Kiel/Kronshagen) beworben hatte und relativ knapp mit 111 gegen 153 Stimmen unterlag, sieht innerhalb der SPD in Kiel eine Frontenbildung. Der offene Konflikt in den eigenen Reihen, den er und andere bekannte Kieler Genossen angezettelt haben, hat zum Ziel, inhaltliche und personelle Konsequenzen aus dem jüngsten Bundestagswahlergebnis zu ziehen. Ausgerechnet in der einst so stolzen roten Hochburg Kiel wurde die Partei diesmal von den Grünen nach Zweitstimmen überflügelt. Das Direktmandat konnte SPD-Mann Mathias Stein nur knapp gegen Luise Amtsberg (Grüne) verteidigen.
Meistgelesen in Kiel

Den Hype um die Serie “Squid Game” kann ich persönlich nach vier Folgen nur bedingt nachvollziehen: Ja, sie ist spannend, stellenweise absurd komisch, vor allem aber bizarr. Über Geschmack lässt sich streiten. Überhaupt nicht streiten lässt sich über die Tatsache, dass Eltern offenbar ihre Kinder diese Serie schauen lassen. Mich hat die Meldung aus der Kieler Grundschule fast mehr schockiert als die Kinderspiele in “Squid Game”, die für fast alle am Ende tödlich enden. Gelesen wurde der Artikel auf KN-online jedenfalls so oft wie keine andere in den zurückliegenden sieben Tagen.
Platz 1: Kieler Grundschüler spielen Szenen aus umstrittener Netflix-Serie „Squid Game“ nach
Platz 3: Pizzabäcker Mohamad Mousa schafft es auch in die Top 3
Meine Kieler Lieblingsgeschichte

Weil es in Schleswig-Holstein keinen Gerichtssaal gibt, in dem ein Prozess mit neun Angeklagten stattfinden kann, wird - kein Witz - auf dem Parkplatz der JVA in Kiel ein Zelt aufgebaut. Das finden die Gefängnis-Mitarbeiter aber gar nicht lustig, weil ihnen dadurch langfristig Parkplätze weggenommen werden. Ein Gerichtsprozess, bei dem es schon im Vorfeld möglichst einen Richter bräuchte.
JVA-Parkplatz wird zum Gerichtssaal, Mitarbeiter sind genervt
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Viele Grüße,
Ihr
Dennis Betzholz
Stv. Leiter der Kieler Lokalredaktion
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