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Kiel – mittendrin // Waffensammler und Nazi-Verehrer an der Förde

Kiel – mittendrin. Der Newsletter für die LandeshauptstadtKiel – mittendrin. Der Newsletter für die Landeshauptstadt
Kristian Blasel, Leiter der Kieler Lokalredaktion
Kristian Blasel, Leiter der Kieler Lokalredaktion
Liebe Leserinnen und Leser,
dass der 84-jährige Heikendorfer, der sich wegen seiner Sammelleidenschaft für Waffen und Erinnerungen an die Nazizeit derzeit vor dem Kieler Landgericht verantworten muss, mit dem Helfer des mutmaßlichen Dreifachtäters verwandt und bekannt ist, konnte unsere Redaktion zunächst kaum glauben. Die Staatsanwaltschaft Kiel hat die Recherchen meines Kollegen Frank Behling jedoch bestätigt: Es laufen Ermittlungen, die auch prüfen, ob der 84-Jährige indirekt mit den furchtbaren Ereignissen am 19. Mai in Dänischenhagen und Kiel zu tun hat. Unstrittig ist bislang nur, dass der mutmaßliche Täter, sein 48-jähriger Helfer aus Düsternbrook und der Verwandte aus Heikendorf die verrückte Begeisterung für Waffen und Nazi-Erinnerungen verbindet. Vieles deutet auf ein Netzwerk von Ewiggestrigen und Kriegsverherrlichern hin, die mit einem gruseligen Blick auf die Geschichte durchs Leben gehen.
Es ist zu erwarten, dass die Ermittlungen noch ganz andere Ereignisse ans Licht der Öffentlichkeit bringen. Unstrittig ist, dass die Polizei bei dem Mann aus Düsternbrook bereits im Jahr 1997 Karabiner aus Wehrmachtsbeständen sichergestellt hat. Auch die wuchtige Explosion in seinem Garten vor knapp einem Jahr lässt die vermeintliche Version eines Grillunfalls nun in einem anderen Licht erscheinen. Der Prozess gegen den 84-Jährigen, der in dieser Woche fortgesetzt wird, dürfte einen etwas anderen Verlauf nehmen. Wir werden genau hinhören. Noch immer gibt es mehr offene Fragen als Antworten zu dem blutigen Mittwoch im Mai, der drei Menschen das Leben kostete und eine ganze Region schockierte.
Inzwischen sind die Sommerferien bereits fast zur Hälfte um. Trotz der Angst vor einer vierten Corona-Welle hat sich das Leben in vielerlei Hinsicht normalisiert. Die Menschen bewegen sich mit einer Selbstverständlichkeit im Freien, die vor wenigen Wochen noch undenkbar erschien. Wer die Schattenseiten der neuen Freiheit kennenlernen möchte, muss sich nur mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Abfallwirtschaftsbetriebes in Kiel unterhalten. Unser Reporter Jonas Bickel hat es getan und war dabei, als sie - wie jeden Morgen - das Holstenfleet gereinigt haben. Kiels neue Mitte gehört wie der Schrevenpark und die Kiellinie zu den Orten, an denen Tag für Tag unfassbare Mengen Müll hinterlassen werden. Aber er hat auch eine gute Nachricht mitgebracht: Bezogen auf das gesamte Stadtgebiet landet in Kiel immer mehr Müll dort, wo er hingehört: im Mülleimer.
Bauprojekt der Woche

Dass der Konkurrenzkampf auf dem Kieler Hotelmarkt immer härter wird, ist unumstritten. Das wäre auch ohne Pandemie so gekommen, die unsichere Perspektive des Tourismus verschärft die Lage jetzt. Dennoch darf die Innenstadt darauf hoffen, mit den zahlreichen Neubauprojekten stärker belebt zu werden. Gerade die Entwicklung am Bootshafen ist erfreulich.
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Zu den wenigen guten Seiten der Corona-Pandemie gehört die Tatsache, dass die eigene Umgebung wieder stärker in den Blickpunkt gerückt ist. So viele Spaziergänge wie im letzten Jahr habe ich persönlich noch nie gemacht. Auch die wunderschönen Tiergehege der Landeshauptstadt habe ich dabei wiederentdeckt - da hat sich zuletzt einiges getan, wie mein Kollege Joachim Welding berichtet.
In den Tiergehegen ist viel Nachwuchs zu sehen
Viele Grüße,
Ihr
Kristian Blasel
Leiter der Kieler Lokalredaktion
P.S. Haben Sie Fragen oder Anmerkungen zu diesem Newsletter? Dann schreiben Sie mir gerne: kristian.blasel@kieler-nachrichten.de
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