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Kiel – mittendrin: Wachsende Corona-Sorge auch an der Förde

Kiel – mittendrin. Der Newsletter für die LandeshauptstadtKiel – mittendrin. Der Newsletter für die Landeshauptstadt
Kiel – mittendrin. Der Newsletter für die Landeshauptstadt
Moin, liebe Leserinnen und Leser,
ein Blick auf die bundesweite Corona-Infektionskarte zeigt: Kiel gehört bislang noch zu den wenigen Ecken der Republik, in denen die Situation halbwegs entspannt ist. Aber der Trend ist auch an der Förde nicht gut. Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100000 Einwohner ist von gut sechs am Wochenende bis heute auf 16,2 gestiegen. Gesundheitsdezernent Gerwin Stöcken geht davon aus, dass “wir die Zahlen vom Frühjahr wieder erreichen werden”. Damals gab es in Kiel 14 Neuinfektionen am Tag, am Dienstag waren es schon elf. Ich erinnere mich noch gut, wie leer Ende März die Holstenstraße am Mittag war. Dieses gespenstische Gefühl, das dabei vermutlich nicht nur bei mir ausgelöst wurde, möchte ich kein zweites Mal bekommen.
Wer die Kieler Innenstadt jetzt zur Mittagszeit besucht, trifft glücklicherweise wieder auf mehr Menschen. Er wird bald allerdings schon am Schiffsverkehr merken, dass sich die Lage wieder zuspitzt. Die norwegische Reederei Color Line, der das Wasser nach den vielen Krisenmonaten bis zum Hals steht, will dann die “Color Fantasy” aus dem Verkehr nehmen. Deutsche Passagiere durften schon seit August nicht mehr an Bord. Nun ist auch die Nachfrage von norwegischer Seite eingebrochen. Es ist ein weiterer schwerer Schlag für den Seehafen Kiel.
Völlig unabhängig von Corona wird in Kiel weiterhin ein anderes Thema diskutiert, das ebenfalls viele Emotionen weckt: Die Frage, wie reibungslos die von der politischen Mehrheit gewollte Verkehrswende realisiert werden kann. Grundsätzlich gibt es eine große Einigkeit, dass mehr für den Fahrradverkehr und den öffentlichen Nahverkehr getan werden muss. Nach einer nicht-repräsentativen Umfrage von KN-online unterstützt eine Mehrheit der Teilnehmer die Idee, bestimmte Straßenabschnitte für den Autoverkehr zu sperren.
Doch wenn es konkret wird, kommt es immer wieder zu Kommunikationspannen und Widerspruch - so wie am Königsweg, am Bebelplatz und am Dienstag auch im Ortsbeirat Mitte, wo hitzig über 26 Parkplätze diskutiert wurde, die plötzlich für die geplante Umwandlung in eine Fahrradstraße wegfallen sollen. Ohne intensive Debatten und am Ende auch umstrittene Entscheidungen wird die Verkehrswende nicht gelingen. Die Tonlage, die Autofahrer einerseits und Fahrradlobbyisten andererseits dabei zum Teil anschlagen, ist allerdings gefährlich. Wenn ich in die sozialen Netzwerke schaue oder die kommunalpolitische Debatte zwischen der CDU, FDP und SSW auf der einen Seite sowie SPD und Grüne mit Oberbürgermeister Ulf Kämpfer auf der anderen Seite verfolge, wünsche ich mir manchmal etwas mehr Gelassenheit und Verständnis für die Bedenken und Sorgen der anderen Seite.

Ihr
Kristian Blasel
Lokalchef der Kieler Nachrichten

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  1. Schwerer Unfall am Theodor-Heuss-Ring
  2. Zwei neue Mieter in der Holstenstraße
  3. Mann schlug an der Holtenauer mit der Pfanne um sich.

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