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Kiel – mittendrin // Viele Hotels und ein glücklicher Zufallsfund

Kiel – mittendrin. Der Newsletter für die LandeshauptstadtKiel – mittendrin. Der Newsletter für die Landeshauptstadt
Kristian Blasel, Leiter der Kieler Lokalredaktion
Kristian Blasel, Leiter der Kieler Lokalredaktion
Liebe Leserinnen und Leser,
vor dreieinhalb Jahren haben wir in den Kieler Nachrichten eine Sonderseite veröffentlicht. Überschrift: „Jeder Hotel-Investor setzt auf eine Nische.“ In einer großen Grafik waren die Standorte von den zahlreichen Neubauprojekten zu sehen, die damals bekannt wurden. Jetzt, etwas später als damals geplant, sind die Hotels fast fertig. Und noch viel drängender als bereits 2018 stellt sich die Frage: Benötigt Kiel die zusätzlichen 2300 Betten, die in Kürze zur Verfügung stehen, überhaupt?
Mindestens kurzfristig sind Zweifel angebracht. Durch die Pandemie mag derzeit niemand mehr an wachsende Tourismuszahlen denken. Und dass die Geschäftsreisen in der Nach-Corona-Zeit wieder alte Dimensionen erreichen werden, gilt als unwahrscheinlich. Zu selbstverständlich und praktisch sind inzwischen Online-Meetings. Andererseits: Wenn Ende des Monats das Hampton by Hilton seine Türen öffnet, wird ein Publikum angesprochen, das sich nicht mit Online-Treffen zufrieden geben wird. Sobald Veranstaltungen in der Wunderino-Arena wieder möglich sind, werden auch die Gäste kommen.
Das Risiko, das sollten die vielen Kritiker der Hotelneubauten bedenken, liegt ohnehin bei den Privatinvestoren - und nicht beim Steuerzahler. Insofern sollten sich die Kielerinnen und Kieler zunächst über das moderne Betten-Angebot freuen. Es macht die Landeshauptstadt attraktiver. Bitter ist die Situation dagegen für die traditionellen Hotel-Betriebe der Stadt. Auf sie hätte durch den Bettenzuwachs ohnehin ein Existenzkampf gewartet, der sich durch die Corona-Ausfälle der vergangenen Monate jetzt dramatisch zuspitzt. Da werden Insolvenzen folgen, das erscheint gewiss. Und die besseren Hotels werden sich am Ende durchsetzen.
Vor diesem Hintergrund bekommt die notwendige Debatte über ein neues Kongresszentrum eine gewisse Schieflage. Dass Gutachter davon abraten, auf dem Schlossareal ein weiteres Hotel zu errichten, durchkreuzt die Ursprungsidee der Stadt. Nun sind neue Konzepte gefragt. Baudezernentin Doris Grondke hat bereits vorgelegt: Die nächsten Monate werden zeigen, ob ihre Ideen von einer Mischnutzung aus Kulturstätte, Bibliotheken, Tagungen und Gastronomie mehrheitsfähig sind.
Verlässlich ist derzeit nur die Ungewissheit, mit der sich die Geschäftsleute in der Kieler Innenstadt arrangieren müssen. Der Start der Außengastronomie zu Beginn dieser Woche ist ein kleiner Trost, von dem aber eher die Kunden profitieren als die Kassen der Gastronomen. Im Einzelhandel sind nach einer Woche Click & Meet die Umsatzeinbußen nicht ganz so schlimm wie befürchtet - aber es bleiben Einbußen. Und über allem schwebt die Angst vor dem harten Lockdown, der ab der 100er-Inzidenz auch Kiel treffen kann.
Kommen wir zum Blick aufs Positive, der heute leichtfällt: Als vor knapp einem Jahr das Kunstwerk „Liegender Akt“ des österreichischen Bildhauers Fritz Wotruba aus der Bürgergalerie in der Förde Sparkasse in Kiel gestohlen wurde, gab es wenig Hoffnung auf ein Wiedersehen. Nun ist das Artefakt durch einen glücklichen Zufall wieder aufgetaucht. Sparkassenverantwortliche und Oberstaatsanwältin Birgit Hess waren überglücklich, die Skulptur am Nachmittag wieder der Öffentlichkeit und dem KN-Reporter-Duo Ulf Dahl und Steffen Müller präsentieren zu können.
Bauprojekt der Woche

Gastro-Tipp der Woche

Wer zum Start der Außengastronomie dabei war, musste sich ziemlich warm anziehen. Aber die Erleichterung, endlich wieder vor einem Café sitzen zu können, ist vielen Menschen anzumerken - nicht nur in der Kieler Innenstadt. Angesichts der eindeutigen Untersuchungen, wonach der Aufenthalt im Freien unter Beachtung bestimmter Regeln nahezu risikolos ist, spricht alles dafür, dies zu genießen - bald hoffentlich bei wärmeren Temperaturen.
So lief der Start der Außengastronomie
Zitat der Woche

An Bulgaren und Rumänen traut sich der Kommunale Ordnungsdienst nicht ran.
Bruno Levtzow, Vorsitzender Ortsbeirat Gaarden
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Viele Grüße,
Ihr
Kristian Blasel
Leiter der Kieler Lokalredaktion
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