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Kiel – mittendrin // Kriegers durchsichtige Charmeoffensive

Kiel – mittendrin. Der Newsletter für die LandeshauptstadtKiel – mittendrin. Der Newsletter für die Landeshauptstadt
Kristian Blasel, Leiter der Lokalredaktion
Kristian Blasel, Leiter der Lokalredaktion
Liebe Leserinnen und Leser,
nun startet Konzerninhaber Kurt Krieger also seine Charme-Offensive. Die Umweltschäden auf der Möbel-Höffner-Baustelle seien ein Versehen gewesen, er bittet die Kielerinnen und Kieler um Entschuldigung und kündigt zugleich an, Geld für ökologische Projekte zur Verfügung zu stellen. Na klar, das riecht ganz stark nach Greenwashing - dem Versuch also, einem Unternehmen ein umweltfreundliches Image zu verleihen. Bei seinem Besuch in unserer Redaktion hat Krieger keinen Hehl daraus gemacht, dass er bei diesem Thema noch permanent dazulernt. Vor zehn Jahren habe das Thema Nachhaltigkeit in der Möbelindustrie kaum interessiert, erzählte er uns. Jetzt stehe es bei der Kundschaft ganz oben. Also reagiert er nun. Außerdem liebe er Bäume.
Nun denn: Ob Krieger nur Gewinne interessieren oder tatsächlich ein Umdenken eingesetzt hat, wird man von außen kaum herausfinden können. Sicher ist: Mit dem Geld des Mannes lässt sich einiges wieder aufbauen. Krieger liegt mit einem geschätzten Vermögen von 1,51 Milliarden Euro derzeit auf Platz 136 der Forbes-Liste der reichsten Deutschen. Da wird sich das Stiftungskapital in Höhe von 500000 Euro und die 100000 Euro, die er jedes Jahr an einem Unternehmensstandort aufbringen will, für ihn zwar kaum bemerkbar machen. Der Natur wird es dennoch nutzen. Mein Kommentar zum Fall Höffner beschäftigt sich mit der äußerst durschaubaren Strategie, die hinter dem Vorgehen des Konzerns steckt.
Nimmt man die Reaktionen der Kommunalpolitik, der Menschen vor Ort sowie in den sozialen Medien als Maßstab, dürfte Kurt Krieger von seinem Ziel, das eigene Image aufzupolieren, jedoch noch weit entfernt sein. Mein Kollege Dennis Betzholz hat sich heute vor Ort umgehört, was die Menschen über Kriegers Vorstoß denken.
Ein weiteres Dauerbrenner-Thema in Kiel ist die Verkehrspolitik. CDU und FDP fordern von der Stadt ein Gesamtkonzept für den Verkehr in der Innenstadt sowie zwischen West- und Ostufer. Das ist sicherlich nötig. Kommunalpolitik und Stadtverwaltung müssen ihre Beschlüsse “regelmäßig selbstkritisch auf die Folgen für das Gemeinwesen prüfen”, heißt es richtig im Kommentar unseres Rathauskorrespondenten Michal Kluth. Für die bürgerliche Opposition im Rathaus gilt jedoch zugleich: Glaubwürdig wird ihre Kritik erst, wenn sie von konstruktiven Vorschlägen begleitet wird, wie eine Halbierung des Pkw-Verkehrs bis 2035 gelingen soll. Dieses Ziel wurde im Rat nämlich mit den Stimmen der CDU beschlossen.
Bauprojekt der Woche

Die Arbeiten für einen Neubau sind zwar schon in vollem Gang, aber nun zeigt sich: Es wurde zu spät angefangen. Die alte Levensauer Hochbrücke ist durch Rost geschwächt. Nun gibt es Verkehrseinschränkungen. Mein Kollege Frank Behling hat sich die Brücke angesehen, mit den Verantwortlichen gesprochen und das Thema auch kommentiert.
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Ich wünschen Ihnen einen wunderbaren Feierabend!
Viele Grüße,
Ihr
Kristian Blasel
Leiter der Kieler Lokalredaktion
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