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Kiel – mittendrin // Frühlingsgefühle in schwierigen Zeiten

Kiel – mittendrin. Der Newsletter für die LandeshauptstadtKiel – mittendrin. Der Newsletter für die Landeshauptstadt
Kristian Blasel, Lokalchef Kieler Nachrichten
Kristian Blasel, Lokalchef Kieler Nachrichten
Liebe Leserinnen und Leser,
wer an einem echten Frühlingstag wie heute mittags am Holstenfleet vorbeischlendert, bekommt eine Ahnung, wie unbeschwert und bunt das Leben in unserer Innenstadt eines Tages wieder sein könnte. Überall genießen die Menschen den Sonnenschein und nutzen das bescheidene Gastro-Angebot, das unter Corona-Auflagen möglich ist. Und was erfreulich ist: Fast alle nehmen es mit Abständen und Masken ziemlich genau. Das Potenzial im Herzen der Innenstadt ist da. Nun muss “nur” noch die Pandemie-Lage in den Griff bekommen werden.
Viel Potenzial bietet bekanntlich auch die einmalige Wasserlage unserer Stadt, und zurecht wird bemängelt, dass Kiel bislang zu wenig daraus macht. Aber es gibt Bewegung: Das, was die Stadt mit dem Fähranleger Bellevue im Sommer plant, ist ein wirklicher Fortschritt für alle Menschen, die in der Förde baden wollen. Rund 1000 Quadratmeter überwachten Schwimmbereich soll es dort, wo derzeit noch die Fähren anlegen, ab Juni geben. Der öffentliche Druck aus dem vergangenen Sommer, als der Ort inoffiziell bereits von zumeist jungen Menschen als Badestelle genutzt worden war, hat Wirkung gezeigt. Die Lösung, die nun auf dem Tisch liegt, ist so, wie man sich die Verwaltung wünscht: pragmatisch, unkompliziert und mit kurzfristiger Wirkung. Geht doch.
An der Attraktivität vom Falckensteiner Strand wird das Projekt nichts ändern. Neben der großen Fläche am Wasser lieben die Kielerinnen und Kieler die einmalige Mischung aus Gastronomie-Angebot und Wassersport-Gelegenheiten. Meine Kollegin Petra Krause hat sich umgehört, wie die Geschäftsleute dort mit der schwierigen Corona-Lage umgehen.
Drehen die Leute alle durch? Diese Frage wurde in unserer Themenkonferenz gestellt, als wir gestern über die Messerstecherei auf der Holtenauer Straße sprachen. Nach der tödlichen Attacke in Dietrichsdorf vor gut einer Woche mussten wir erneut über eine schreckliche Bluttat berichten, die viele Menschen im Stadtteil mitbekommen haben. Hinzu kamen zum Wochenanfang zahlreiche schwere Verkehrsunfälle. Einen Zusammenhang zwischen all diesen Ereignissen gibt es nicht. Aber sie verstärken eine Grundstimmung, die durch die Pandemie ohnehin gedrückt ist.
Darum suchen wir weiterhin nach den erfreulichen Themen, von denen es glücklicherweise in Kiel auch noch genügend gibt. Die Geschichte von dem Bäcker Pawel Bolt in Hasseldieksdamm beispielsweise, der sich nachts per Livestream während der Arbeit filmen lässt. “Wenn Bolt an einem Tag Mandelhörnchen im Livestream backt, trudeln direkt zwanzig Mandelhörnchen-Bestellungen ein. Aus ganz Deutschland, Österreich oder sogar Luxemburg”, heißt es in der schönen Reportage von unserem Volontär Jonas Bickel. Beim Lesen solcher Texte wird die Stimmung dann wieder so gut wie heute Mittag am Holstenfleet.
Bauprojekt der Woche

Wann die Idee Wirklichkeit wird, steht zwar noch in den Sternen. Aber die Landeshauptstadt, das steht bereits fest, spielt in der Forschung eine herausragende Rolle. Das ist eine gute Nachricht.
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Viele Grüße und erholsame Feiertage!
Ihr
Kristian Blasel
Leiter der Kieler Lokalredaktion
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