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Kiel – mittendrin // Das Glück des Pandemie-Spaziergangs

Kiel – mittendrin. Der Newsletter für die LandeshauptstadtKiel – mittendrin. Der Newsletter für die Landeshauptstadt
Liebe Leserinnen und Leser,
seit gestern Abend ist offiziell, dass wir mindestens bis Mitte Februar noch im Lockdown leben müssen. Wirklich überrascht dürfte darüber auch in Kiel angesichts der Mutationsnachrichten und der nur sehr langsamen Entspannung der Infektionszahlen niemand gewesen sein. Die ökonomischen Folgen jedoch werden bereits jetzt mehr als deutlich: Die Einzelhändler in der Landeshauptstadt packt die nackte Angst. In einem “Brandbrief” haben sich die Kaufleute der Holtenauer Straße am Montag an Landesregierung und Oberbürgermeister gewandt - vor allem, weil die Hilfen nicht so problemlos funktionieren wie versprochen. Nach dem ersten Rückschlag im Frühjahr sind die Reserven der kleinen Betriebe auf Kiels beliebter Einkaufsmeile mittlerweile in vielen Fällen aufgebraucht.
Natürlich ist die Situation für die Geschäftsleute rund ums Holstenfleet nicht besser. Weiterhin gibt es zwar die Hoffnung, dass vom Bootshafen bis zu den ehemaligen HSH-Nordbank-Gebäuden im Laufe des Jahres eine pulsierende Gastromeile entsteht. Ahmad-Reza Zirakbash jedoch, der im Ahlmann-Gebäude eigentlich schon im vergangenen Jahr eine Markthalle eröffnen wollte, fühlt sich von der Stadt ausgebremst. Sie verbietet ihm wegen der Pandemie, in der Sahnelage bereits jetzt mobile Gastrostände zu eröffnen. In seiner Eigenschaft als Wirtschaftsdezernent wäre Ulf Kämpfer zwar vermutlich froh, wenn Zirakbash lieber heute als morgen sein Geschäft beginnt. Als Oberbürgermeister bleibt ihm jedoch nichts anderes übrig, als den Verkauf derzeit zu unterbinden. Solange Dutzende Schleswig-Holsteiner mit Covid-19-Erkrankung an Beatmungsgeräten in unseren Kliniken behandelt werden, lässt sich so eine Lockerung nicht rechtfertigen.
Wie ernst es um die Gastronomie steht, hat Anfang der Woche Oliver Markmann vom gleichnamigen Restaurant am Falckensteiner Strand unserem Volontär Clemens Behr berichtet. Nach einem Jahr ohne Geburtstage und Hochzeiten, stattdessen aber Teil-Öffnungen und Zwangsschließungen ist Markmann auf staatliche Hilfe angewiesen – wie fast alle Gastronomen. Doch er gehört zu den wenigen, die öffentlich darüber sprechen möchten. „Ich will nur meine Rechnungen und Mitarbeiter bezahlen können.“
Da wirkt die Kieler Woche-Debatte, die am vergangenen Wochenende der Kieler CDU-Chef Tobias von der Heide angestoßen hat, zunächst zweitrangig. Ist sie aber natürlich nicht. Das größte Volksfest Nordeuropas hat nicht nur wirtschaftlich, sondern auch emotional für unsere Stadt eine riesige Bedeutung. Nur: Es gibt keinen Grund, die Debatte bereits jetzt zu führen, wie auch die zahlreichen Reaktionen gezeigt haben. Das Kieler-Woche-Büro benötigt erst ab Ostern endgültige Planungssicherheit. Dann kann auf Grundlage der Pandemie entschieden werden, ob und wann das Fest in diesem Jahr stattfinden soll.
Weiterhin konzentrieren wir uns darauf, auch in diesen schweren Wochen den Blick auf positive Dinge zu werfen. Die Bereitschaft der Menschen, möglichst viel Zeit an der frischen Luft zu verbringen, gehört definitiv dazu. In der neuen Serie “Spazieren in Kiel” stellt das Reporterteam unserer Lokalredaktion Routen in und um Kiel vor. Niklas Wieczorek und Petra Krause haben mit Tourenvorschlägen in Düsternbrook und im Kieler Norden den Anfang gemacht. Sonnabend, das darf ich an dieser Stelle schon verraten, zeigt Christian Trutschel einen Weg am Tröndelsee. Ein bisschen Heimatkunde im Januar und Februar - das ist nicht die schlechteste Idee, um die Pandemiesorgen hinter sich zu lassen.
Bauprojekt der Woche

Knooper Weg: Abriss vertagt – Sperrung noch nicht
Gastro-Tipp der Woche

Mit Gastro-Tipps ist es in Zeiten des Lockdowns nicht ganz so einfach. Wir können nur die Daumen drücken, dass die Betriebe diese schwierige Zeit überstehen. Aber es bleibt die Hoffnung, dass es danach wieder bergauf geht mit der Gastronomie - vor allem in der Kieler Innenstadt, wo sich einiges tut.
Am Bootshafen gibt es bald Tapas
Zitat der Woche

Mit wurde widergespiegelt, dass ich authentisch bin. Solche Äußerungen empfinde ich als großes Geschenk.
Meine Kieler Lieblingsgeschichte

Sozialkaufhaus Echt.Gut.: Handel mit Gebrauchtem trotz Lockdown
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Bei bestem Wetter sind am vergangenen Sonntag Impfgegner im Rahmen einer genehmigten Demonstration durch Kiel gefahren - und haben viele Menschen irritiert. Durch die Polizeibegleitung glaubten manche Passanten, dass der umstrittene Inhalt ihrer Botschaft amtlichen Charakter hatte. Gleich zwei Berichte über dieses Thema fanden bei unseren Lesern die größte Aufmerksamkeit.
Platz 1: Durchsage von Impf-Gegnern sorgen für Verwirrung
Platz 2: Sozialkaufhaus - Handel mit Gebrauchtem trotz Lockdown
Platz 3: Anti-Impf-Demo mit Lautsprecherwagen hat ein Nachspiel
Viele Grüße,
Ihr
Kristian Blasel
Leiter der Kieler Lokalredaktion
Haben Sie Anregungen oder Fragen zu diesem Newsletter? Dann melden Sie sich gerne bei mir unter der Adresse kristian.blasel@kieler-nachrichten.de
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