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Kiel – mittendrin // Corona-Lage in Kiel verschärft sich

Kiel – mittendrin. Der Newsletter für die LandeshauptstadtKiel – mittendrin. Der Newsletter für die Landeshauptstadt
Liebe Leserinnen und Leser,
es ist noch keine vier Wochen her, da hatte das Robert-Koch-Institut auf seiner digitalen Corona-Landkarte die Stadt Kiel hellgelb eingefärbt. Was so viel heißt wie: alles halb so wild. Wer in Schleswig-Holstein wegen hoher Infektionszahlen besorgt sein wollte, schaute nach Pinneberg, nicht auf Kiel. Diese Zeiten sind vorbei – die erschütternde Bilanz heute Morgen: Drei Tote mit einer Covid-19-Erkrankung binnen 24 Stunden, 48 Neuinfektionen, so viele wie noch nie zuvor an einem Tag, und ein Inzidenzwert, der täglich neue Höchstwerte erreicht – zuletzt 90,8. Nur im Kreis Pinneberg ist die Lage in Schleswig-Holstein noch schlechter.
Seit dem letzten Newsletter in der vergangenen Woche hat sich in der Landeshauptstadt mit Blick auf die Pandemie sehr viel verändert - nichts davon birgt das Potenzial, Ihnen gute Laune zu bereiten. Vorenthalten wollen wir Ihnen trotzdem nicht, dass es den schlimmsten Corona-Ausbruch seit Beginn der Pandemie in Kiel gegeben hat: Mittlerweile wurden 26 Bewohner und 16 Mitarbeiter des Altenzentrums St. Nicolai in Kiel-Brunswik positiv getestet, drei Bewohner sind bereits verstorben.
Das Gesundheitsamt Kiel versucht derweil, mit allen verfügbaren Kräften das Virus in Schach zu halten. Ich habe mir vor einigen Tagen die Arbeit in dem Amt mal persönlich angesehen. Für mich sind diese Menschen, die an Wochenenden, Feiertagen und in vielen Überstunden Kontakte von Infizierten nachverfolgen, die stillen Helden dieser Stadt. Dies ist meine Reportage.
Umso mehr macht es mich wütend, wenn diese Helden in ihrer Arbeit behindert werden. Das Gesundheitsamt wurde nach Angaben der Stadt von einer Flut an wortgleichen E-Mails mit langen Fragenkatalogen überschwemmt, gesendet von mutmaßlichen Kritikern der Corona-Maßnahmen, die sich offenbar zum Ziel gesetzt haben, das Gesundheitsamt mit solchen Anfragen lahmzulegen.
Diese selbsternannten “Querdenker” wollen am Wochenende in Kiel demonstrieren. Sie sind dabei nicht allein: Insgesamt sind neun Versammlungen angemeldet, teilweise auch von Menschen, die gegen die “Querdenker” demonstrieren wollen. Eine andere Veranstaltung wurde bereits zum Teil verboten: Klimaaktivisten wollten am kommenden Sonnabend auf der Autobahn 210/215 eine Fahrrad-Demo veranstalten. Dazu wird es wohl nicht kommen: Das Ordnungsamt hat ein Verbot erteilt. Dagegen klagen die Anmelder nun. Wie das ausgeht? Wir werden Sie in unserer Zeitung und auf KN-online auf dem Laufenden halten.
Einen Tipp gebe ich Ihnen aber noch: Lesen Sie diesen Newsletter bis zum Ende - zur Belohnung gibt es dann eine Corona-Geschichte, die Ihnen zumindest ein wenig bessere Laune bereitet.
Bauprojekt der Woche

Neue Wohnungen in Kiel: Richtfest fürs Fünfgiebelhaus
Gastro-Tipp der Woche

In Zeiten, in denen Restaurants und Bars geschlossen haben, lässt sich schwerlich eine Lokalität zum Essen oder Trinken empfehlen. Eine Sache gibt es dann aber doch: Schauen Sie doch mal in der Innenstadt vorbei. Hier warten viele Schausteller auf Kundschaft. Aber immer dran denken: ausreichend Abstand halten!
Weihnachtsmarkt light in Kiel ist alles andere als ein Besuchermagnet
Zitat der Woche

Ich weiß, wie schwierig die Lage vieler Vereine ist. Das macht mir Sorgen.
Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) erhielt Anfang dieser Woche einen Brandbrief der Kieler Sportvereine, die ihn auf den gravierenden Mitgliederschwund der Klubs hinwiesen und die Wiederaufnahme des Breitensports forderten. Kämpfer reagierte verständnisvoll und will sich auf Landesebene für die Vereine stark machen.
Meistgelesen in Kiel

Der schlimmste Corona-Ausbruch in Kiel bewegte in dieser Woche auch unsere KN-online-Leser. Die zwei meistgelesenen Artikel handeln von den Infektionen im Altenzentrum St. Nicolai in Kiel-Brunswik.

  1. Die erste Nachricht nach Bekanntwerden des Ausbruchs: Die Stadt meldet 38 Infektionen - mittlerweile sind es schon 42.
  2. Die zweite Nachricht nach Bekanntwerden: Gesundheitsdezernent Gerwin Stöcken erklärte, eine Mitarbeiterin habe das Virus ins Heim gebracht. Der Altenheim-Chef Heinrich Deicke dementierte dies Tage später.
Auf dem dritten Platz landete eine Geschichte, die ebenfalls einen Corona-Hintergrund hat. Mein Kollege Frank Behling hatte darüber berichtet, dass die geplante Karibikreise der “Mein Schiff 1” abgesagt wurde. Ob da der ein oder andere Leser mit an Bord wollte? Lesen Sie hier die Hintergründe.
Meine Kieler Lieblingsgeschichte

So, und hier nun die versprochene Corona-Geschichte, die das Potenzial hat, Ihre Laune zumindest ein wenig aufzuhellen. Während nämlich im ganzen Land die Politik und Wissenschaft darüber diskutiert, ob ein Luftfilter in Klassenräumen sinnvoll ist oder nicht, hat die Klasse 9b der Leif-Eriksson-Gemeinschaftsschule eine eigene gebaut. Aber lesen Sie selbst.
Virusgefahr macht erfinderisch
Viele Grüße,
Ihr

Dennis Betzholz
Stv. Leiter der Kieler Lokalredaktion
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