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Kiel – mittendrin // An der Schleuse grüßt das Murmeltier

Kiel – mittendrin. Der Newsletter für die LandeshauptstadtKiel – mittendrin. Der Newsletter für die Landeshauptstadt
Liebe Leserinnen und Leser,
täglich grüßt das Murmeltier - das war mein Gedanke, als ich am Wochenende vom nächsten Schleusenunfall in Holtenau erfahren habe. Wieder ist ein Frachter ins Tor gerammt, wieder konnte nach einer Notreparatur der Betrieb nur mit Mühe aufrechterhalten werden. Und wieder richtet sich der Blick nach Berlin: Warum schafft es das Bundesverkehrsministerium nicht, Strukturen zu errichten, mit denen schneller auf Unfälle reagiert werden kann? Am Ende, so berichten Spezialisten, retteten die Nordschleuse wenige Zentimeter Stahl. Sonst wäre die komplette Kammer für lange Zeit ausgefallen. Zu den positiven Verlässlichkeiten in diesem Zusammenhang gehört allerdings auch mein Kollege Frank Behling: “Ich habe die Schleuse im Blick”, lautete seine kurze Textnachricht, die mich am frühen Morgen erreichte. Danach waren unsere Leserinnen und Leser durchgehend bestens informiert. Das sind Murmeltiergrüße, wie ich sie mag.
Zu den Ritualen im Stadtleben zählen seit dem Jahreswechsel auch die Demos der Bewegung “Kiel steht auf”. Immer wieder ziehen Menschen, die die Schutzmaßnahmen in der Pandemie für völlig überzogen halten, lärmend durch die Stadt. Das gehört zur Demokratie. Ein Teil der Demonstranten jedoch, die hartnäckig sind, aber deren Zahl nicht wächst, ignoriert provokant die Auflagen des Ordnungsamtes. Masken werden wieder abgesetzt, Abstandsgebote missachtet. Wir haben in unserer Berichterstattung schon mehrfach erklärt, wie liberal das deutsche Versammlungsrecht ist. Aber hier geht es nicht darum, demokratischen Raum für zum Teil abstruse Behauptungen zu gewähren. Sondern es geht darum, sich nicht an der Nase herumführen zu lassen, wie es Ordnungsdezernent Christian Zierau nach einem Gespräch mit dem Ordnungsamt und der Polizei am Montag wohl auch ein bisschen selbstkritisch genannt hat. Wir sind gespannt, ob die Stadt jetzt tatsächlich härter durchgreift. Grund genug dazu hätte sie.
Rundum erfreulich für Kiel sind dagegen die Ergebnisse des Fahrradklima-Tests, die am Dienstag präsentiert wurden. Während Schleswig-Holstein insgesamt noch großen Nachholbedarf in Fragen der Fahrradinfrastruktur hat, kann sich die Landeshauptstadt weiter verbessern, meldet der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club. Neben der vielgelobten Veloroute 10 überzeugt die Region Kiel inzwischen vor allem durch die Sprottenflotte, deren Radius sich stetig erhöht. Die gute Entwicklung spiegelt sich in den kommunalpolitischen Debatten leider nur selten wider, wie mein Kollege Niklas Wieczorek in seiner Kolumne richtig bemerkt. Seinem Appell, Verkehrsthemen etwas sachlicher zu diskutieren, kann ich mich nur anschließen.
Während ich diese Zeilen schreibe, läuft parallel die Pressekonferenz der Landesregierung, in der sie das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Pandemie erläutert. Noch sind die Inzidenzwerte in Kiel besser als im Landesdurchschnitt. Noch sind die Geschäfte offen, was der Stimmung an der Förde sehr guttut. Wir müssen die Situation genießen - denn egal, was man über den Stufenplan denkt: Politik behält nur dann den berühmten Rest an Glaubwürdigkeit, wenn die beschlossenen Mechanismen auch greifen. Das hieße auch für Kiel die Umstellung auf “Click and Meet”. Möge dieses Schicksal unseren Einzelhändlern erspart bleiben.
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Zum Glück gibt es derartige Vorfälle in Kiel nur sehr selten: Aber auch Monate nach dem Überfall auf eine 14-Jährige im Stadtteil Holtenau tappt die Polizei noch im Dunkeln. Inzwischen spricht sie von “versuchter Vergewaltigung” - ein Thema, das viele Menschen bewegt.
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Viele Grüße,
Ihr
Kristian Blasel
Leiter der Kieler Lokalredaktion
P.S. Haben Sie Fragen oder Anmerkungen? Dann schreiben Sie mir gerne: kristian.blasel@kieler-nachrichten.de
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