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Kiel – mittendrin // Abschied von Admiral Tirpitz

Kiel – mittendrin. Der Newsletter für die LandeshauptstadtKiel – mittendrin. Der Newsletter für die Landeshauptstadt
Kristian Blasel, Leiter der Kieler Lokalredaktion
Kristian Blasel, Leiter der Kieler Lokalredaktion
Liebe Leserinnen und Leser,
es ist eine Nachricht, die Aufregung garantiert: Dass der Tirpitzhafen schon in wenigen Wochen zum “Marinestützpunkt Kiel-Wikumbenannt wird, löst ein großes Echo aus. Viel Zustimmung gibt es für die Entscheidung, auf diesem Weg auf Distanz zu jenem Teil der deutschen Vergangenheit zu gehen, auf die heute niemand mehr stolz sein sollte. Aber es gibt zugleich die Kritik, dass mit der Umbenennung ein weiteres Beispiel dafür geliefert wird, dass umstrittene Bezeichnungen einfach aus dem öffentlichen Raum entfernt werden. Die Geschichte lasse sich durch Umbenennungen nicht umschreiben.
Ich denke, dass die Marine gut beraten ist, sich nach einem längeren Prozess auch namentlich von den Helden der Kaiserzeit zu distanzieren. Die Ziele, die heute die Deutsche Marine leiten, haben nichts mehr gemein mit den Ideen der Admiräle des Deutschen Reichs. Deswegen ist die Umbenennung des Marinehafens richtig. Gleichzeitig ist es weiterhin wichtig, maßvoll vorzugehen. Es wäre falsch, nun auch noch sämtliche Straßen in Kiel umzutaufen, die nach alten Kriegshelden benannt sind. Erklärtafeln, die differenziert die Leben der berühmten Offiziere erläutern, wären hilfreicher als Namenslöschungen. Zur Kieler Stadtgeschichte gehören auch die unrühmlichen Kapitel und Seiten.
Um Kieler Hafengeschichte geht es auch in einem Streit zwischen dem Kieler Rechtsanwalt und Chef der Rathje Werft, Helge Petersen. Der umtriebige Investor möchte auf seinem Grundstück in Friedrichsort den 12,6 Meter hohen Leuchtturm aufstellen, der einst an der Wiker Nordmole den Schiffen Orientierung gegeben hat. Doch die Stadt hat Angst, dass der Turm sich “im Blickfeld der Kulturdenkmale in der Falklandstraße befinden und das bestehende Bild der Zusammengehörigkeit der Kulturdenkmale liefern” würde, wie mein Kollege Frank Behling berichtet. Außergerichtlich sind alle Einigungsversuche gescheitert. Nun liegt der Fall vor dem Verwaltungsgericht in Schleswig. Ich bin gespannt, wie die Abwägung der Juristen aussehen wird.
Weniger sachlich war der Umgangston, mit dem am vergangenen Sonnabend in Kiel auf den Demonstrationen zur Corona-Politik argumentiert wurde. Immerhin: Größere Ausschreitungen hat es nicht gegeben. Wer wie ich am Nachmittag in der Kieler Innenstadt unterwegs war, zuckte spätestens, als am Kleinen Kiel Wasserwerfer positioniert wurden und die Einsatzkräfte den Rathausplatz vorübergehend abriegelten. Das sind Bilder, die an der Förde gerne die Ausnahme bleiben dürfen. Im Interview mit den Kieler Nachrichten hatte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer das Infektionsschutzgesetz zuvor als “zu scharf” kritisiert. Dafür musste er wiederum Kritik einstecken, zumindest aus dem Kreis der Menschen, die am Freitag erstmals in Kiel für einen härteren Lockdown demonstriert hatten. Es sind außergewöhnlich emotionalisierte Wochen in Deutschland - und an der Förde.
Bauprojekt der Woche

Immer wieder der Knooper Weg: Die zentrale Straßenverbindung im Herzen der Stadt wird derzeit (gefühlt) im 14-Tage-Rhythmus gesperrt und wieder geöffnet. Voraussichtlich bis Ende dieser Woche ist erneut keine Durchfahrt möglich. Immerhin wird diesmal auch tatsächlich gearbeitet. Bevor eines Tages tatsächlich ein Mehrfamilienhaus mit Fördeblick gebaut werden kann, geht es zunächst aber um einen Abriss.
Das Haus am Knooper Weg wird abgerissen
Gastro-Tipp der Woche

Das Wetter lädt zum Sitzen im Freien ein - aber die Pandemie hat zu Verzögerungen bei vielen Projekten am Holstenfleet geführt. Im Sommer, so der neue Plan, soll es endlich losgehen. Mit mehr als 200 Sitzplätzen in sonniger Lage.
„Jan&Hein&Klaas&Pit“ kommt zum Holstenfleet - und bietet Craft-Bier
Zitat der Woche

Wir haben Schwierigkeiten, überhaupt noch Patienten der Priorität 1 zu finden, die noch nicht geimpft sind.
Thomas Maurer, Vorsitzender des Hausärzteverbandes
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Meine Kieler Lieblingsgeschichte

Zunächst schien es “nur” um ärgerliche Verzögerungen bei der Auszahlung eines Erbes zu gehen. Aber je mehr meine Kollegin Karen Schwenke recherchierte, desto bunter wurde die Geschichte. Dabei ist sie auch auf den Komponisten des Geburtstagsliedes “Viel Glück und viel Segen” gestoßen.
Ein rätselhafter Nachlass: Das ewige Warten aufs Erbe
Viele Grüße, behalten Sie einen kühlen Kopf!
Ihr
Kristian Blasel
Leiter der Kieler Lokalredaktion
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