Bittere Impfirrtümer und Kieler Postprobleme

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Kristian Blasel, Kieler Lokalchef
Kristian Blasel, Kieler Lokalchef
Liebe Leserinnen und Leser,
die Argumente zwischen der Mehrheit der Impfbefürworter und der lauten Minderheit der Impfgegner sind längst ausgetauscht. Mich persönlich überzeugt vor allem eine einfache Logik, die mittlerweile millionenfach belegt ist: Wer geimpft ist, senkt das Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken, radikal. So einfach ist das eigentlich. Um so schwerer fällt es mir, die Gedanken von Menschen nachzuvollziehen, die sich dem Risiko ohne Not weiterhin aussetzen.
Der Kieler Rechtsanwalt Gunnar Fragel gehörte zu denen, die sich ungeachtet der medizinischen Ratschläge selbst lange für ungefährdet gehalten haben. Bis er selbst schwer an Covid-19 erkrankt ist. Seine bewegende Geschichte, sein Weg vom Corona-Skeptiker zum Mahner hat er meiner Kollegin Karen Schwenke erzählt. Noch immer ist Fragel schwer von der Krankheit gezeichnet. Ich wünsche ihm auch an dieser Stelle gute Genesung und habe großen Respekt vor dem Mut, seinen Irrtum in aller Öffentlichkeit einzugestehen.
Völlig unabhängig von Corona wachsen in unserer Stadt die Sorgen, dass das Serviceangebot der Post immer weiter zurückgefahren wird. Wrangelstraße, Kurt-Schumacher-Platz, Karlstal, Lessingplatz, Edeka-Suchsdorf: Die Liste der Adressen mit geschlossen Filialen oder solchen, die bald schließen werden, ist lang. Nach unserer ausführlichen Berichterstattung und den Protesten aus der Kommunalpolitik hat das Unternehmen immerhin versprochen, zumindest in Gaarden kurzfristig eine Filiale zu öffnen. Und für den beliebten Standort im Suchsdorfer Edeka-Markt wird ebenfalls mit Hochdruck eine Ersatz-Lösung gesucht. Aber, das haben wir in unserer Berichterstattung auch erklärt: Die Post ist ohnehin gesetzlich verpflichtet, ein engmaschiges Filialnetz aufrechtzuerhalten.
Um Service geht es auch in der Führerscheinstelle der Stadt. Dort herrscht eher das Problem, dass viele Menschen die vorgeschriebene Umtauschfrist nicht eingehalten haben - und den neuen Schnellschalter gar nicht erst benutzen. Für die Jahrgänge 1953 bis 1958 endete die Frist heute. Nach einer groben Schätzung müssten bis zu 15000 Führerscheine umgetauscht werden, Anfang der Woche waren seit 2019 lediglich 6138 Führerscheininhaber vor Ort. Wann die anderen Jahrgänge aufpassen müssen und wann die Spontansprechstunden sind, erfahren Sie hier.
Der Corona-Aspekt wird unsere Recherchen auch in den nächsten Wochen begleiten. Anfang der Woche ist die Inzidenz in Kiel erstmals über die 1000er-Marke gesprungen. Eine irre Zahl! Hoffnung macht weiterhin der Blick in die Kliniken. Vor genau einem Jahr, am 19. Januar 2021, waren in Schleswig-Holstein 77 Menschen wegen Corona auf der Intensivstation, davon 48 in Beatmung - bei einer Inzidenz von damals “nur” 87,3. Heute werden 57 Patientinnen und Patienten im Land intensivmedizinisch behandelt, 34 müssen beatmet werden. Impfen schützt zwar nicht so gut wie erhofft vor Ansteckungen, aber eindeutig vor Krankenhausaufenthalten. Von dieser Regel macht auch Kiel keine Ausnahme. Zum Glück.
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Für die Hotellerie in Kiel wächst der Konkurrenzdruck, für die Gäste der Stadt steigt die Auswahl. Unmittelbar neben dem Bahnhof gibt es nun ein zweites Hotel der Atlantic-Kette mit bestem Blick auf die Förde. Meine Kollegin Rieke Beckwermert war mit unserem Fotografen Ulf Dahl für uns vor Ort - wenige Wochen vor der offiziellen Eröffnung.
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Viele Grüße,
Ihr
Kristian Blasel
Leiter der Kieler Lokalredaktion
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